1996 wurde das Staßfurter Akkordeonorchester eingetragener Verein. Aber wenn man die Analen dieses Klangkörpers betrachtet, kommt man bis in das Jahr 1956 zurück. Vor nunmehr über 45 Jahren hat der damalige Leiter der Außenstelle Staßfurt der Musikschule Magdeburg, Manfred Nimmich, im Rahmen des Musikschulunterrichts die Gründung vollzogen. Die Chronik ist reich an Ereignissen. Sie hat den Weg des beliebten Staßfurter Orchesters festgehalten, das zu DDR-Zeiten und nach der Wende versucht hat, sich zu behaupten, trotz aller Wirren und Schwierigkeiten.
Dieser Tradition haben sich heute 14 aktive Mitglieder im Alter von 12 bis 34 Jahren verschrieben. Sandro Telge, der Vereinsvorsitzende, nennt die Instrumente, die gespielt werden: "Neben den Akkordeoninstrumenten haben wir noch Keyboardgeräte, einen Bass und Gitarren." Das Programm des Orchesters ist sehr umfangreich. "Wir spielen Unterhaltungsmusik, Rock und Pop, Filmmusiken, Musical-Melodien, Originalkompositionen von großen Musikern. Natürlich nimmt die Volksmusik einen breiten Raum ein", schildert er und ergänzt: "Harten Rock gibt es bei uns nicht."
Einmal in der Woche wird geübt. Sie sind froh und dankbar, dass sie Räumlichkeiten in der Leopoldshaller Uhland-Schule nutzen können. Da werden auch die Termine für die Auftritte des Orchesters abgestimmt. Und die sind umfangreich im Jahr. "Also zwanzig Veranstaltungen kommen da jährlich zusammen", zählt Nicole Muth, Kassenwärtin des Vereins. Auf Jugendweihen, Stadt- und Vereinsfeste und andere Höhepunkte wie zum Beispiel die Bundesgartenschau in Magdeburg oder das traditionelle Jahreskonzert. Sie könnte die Liste noch um einiges verlängern. Da reisen sie natürlich viel herum, nicht nur in Sachsen-Anhalt. So hat vor nicht allzu langer Zeit sie eine Konzertreise in das österreichische Innsbruck geführt. "Das war natürlich ein unvergesslicher Höhepunkt in unserem Vereinsleben, schätzt der Vereinsvorsitzende ein. Das Akkordeonorchester hat hier und überregional einen guten Ruf, so erfolgen die Anforderungen zu Auftritten meist schon langfristig. Aber sie versuchen auch, kurzfristigen Anfragen nachzukommen. "Sicher ist das auch eine Frage der Finanzen", war zu hören. "Wie bei vielen Vereinen hier in der Region würden wir ohne Sponsoring nicht auskommen", führt die Kassenwärtin aus und nennt hauptsächlich die Stadtwerke SFT, Marktvision Leipzig, die Mario Dingethal-Werbung und den Rentner Erhard Haase.
Neben dieser Problematik haben die Musiker weitere große Sorgen und das ist der Nachwuchs. So sind sie ständig bemüht, jugendliche Interessenten für die schöne Musik zu finden. Dabei ist es wichtig, diesen durch Sponsoring angeschaffte, vereinseigene Instrumente im Rahmen der Möglichkeiten zur Verfügung stellen zu können. "Wir testen erst ungefähr ein halbes Jahr, um die Eignung zu dieser Musikart, den Willen und die Einstellung bei dem Mädchen oder Jungen dazu festzustellen. Nach einer gemeinsamen Auswertung, auch mit den Eltern, erfolgt dann die Aufnahme als Mitglied", wird der Prozess vom ersten Besuch einer Probe bis zur endgültigen Entscheidung beschrieben. "Danach kaufen sich die neuen Mitglieder dann meistens ihr eigenes Instrument, wenn die es können. Es muss also niemand investieren, bevor er weiß, dass sich das lohnt." Eine gute Basis für musikinteressierte Jugendliche, um einmal beim Akkordeonorchester hereinzuschauen.
Viele Auszeichnungen haben sie auf Grund ihrer hervorragenden Leistungen erhalten. Zum Europäischen Akkordeonfestival im französichen Munster im Elsass 1994 das Prädikat "ausgezeichnet" oder in Innsbruck 1998 eine Bewertung mit "sehr gut", um nur einige zu nennen. Für Ausgestaltung von Feierlichkeiten und Interessenten für das Mitmachen im Verein ist der Vereinsvorsitzende Sandro Telge telefonisch unter 0174/1510995 zu erreichen.